Digitales Serviceheft – alles online

Immer mehr Automobilhersteller ersetzen das Scheckheft aus Papier durch ein digitales bzw. elektronisches Serviceheft oder bieten (noch) beide Varianten nebeneinander an. Beim digitalen Serviceheft werden sämtliche Einträge online und zentral auf dem Herstellerportal gespeichert und können dort auch abgerufen und eingesehen werden. Welche Daten genau gespeichert werden, ist von Marke zu Marke unterschiedlich. So gibt es Hersteller, bei denen sämtliche Rechnungen – und somit eine lückenlose Service- und Reparaturhistorie des Fahrzeugs – verwahrt werden. Bei anderen Marken werden lediglich die regelmäßigen Services und allenfalls Arbeiten im Rahmen von Rückrufaktionen im digitalen Serviceheft abgelegt.

 

Manipulationen verhindern

Das elektronische Serviceheft bietet gegenüber der herkömmlichen Papierausgabe einige Vorteile. Über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer eindeutig dem Fahrzeug zugeordnet, können die zentral gespeicherten Angaben – welche auch die Kilometerstände umfassen – nachträglich nicht mehr manipuliert werden. Zudem kann das digitale Serviceheft natürlich nicht verlorengehen und ist stets zur Hand, wenn eine Werkstatt kontrollieren muss, welche Services, Rückrufe etc. am Fahrzeug bereits ausgeführt wurden.

 

Zugang zu Herstellerportalen

Damit Informationen ausgelesen und ausgeführte Inspektionen ins digitale Serviceheft eingetragen werden können, muss die Werkstatt über einen Zugang zum entsprechenden Herstellerportal verfügen. Für freie Werkstätten und Markenvertretungen, die auch Fremdfabrikate warten, bedeutet dies einen einmaligen Mehraufwand. Denn natürlich kocht jeder Fahrzeughersteller sein eigenes Süppchen, und die Werkstatt muss sich bei jedem Herstellerportal einzeln registrieren lassen, damit sie Zugang zu den entsprechenden digitalen Serviceheften erhält.

 

Zeitaufwändige Registrierung

Zwar ist der Zugang in der Regel kostenlos, die Registrierung kann je nach Hersteller jedoch aufwendig sein. So fordern einige Marken von gewerblichen Nutzern entsprechende Nachweise wie etwa einen Handelsregisterauszug sowie einen Beleg, dass der Betrieb nach Herstellervorgabe arbeitet. Erst wenn diese Angaben vom Fahrzeughersteller überprüft wurden, werden die digitalen Servicehefte für die Werkstatt freigeschaltet. Dieser Vorgang kann je nach Hersteller einige Tage dauern. Hinzu kommt, dass die EDV-Anlage der Werkstatt in vielen Fällen spezielle Systemanforderungen (Art des Betriebssystems, des Webbrowsers etc.) erfüllen muss, damit sowohl die Registrierung beim Herstellerportal als auch der spätere Zugriff auf die digitalen Servicehefte überhaupt möglich ist.

 

Learning by Doing – oder Kursbesuch

Damit auch freie Werkstätten ihren Kunden dieselben Dienstleistungen wie Markenvertretungen bieten und Inspektionsarbeiten im digitalen Serviceheft eintragen können, kommen sie nicht umhin, sich bei den Herstellerportalen zu registrieren und sich in die Benutzung der unterschiedlichen Portale einzuarbeiten. Zwar ist dies – bei entsprechendem Zeitaufwand – problemlos mittels Learning by Doing möglich, es empfiehlt sich jedoch der Besuch eines speziellen Kurses zum digitalen Serviceheft, in dessen Rahmen sämtliche Herstellerportale und das optimale Arbeiten mit ihnen eingehend erklärt werden. Die aktuellen Trainings der Birner Akademie finden Sie hier: www.birner.at/akademie/